Engagement im ländlichen Raum

Die Thüringer Ehrenamtsstiftung startet 2020 die Studie „Engagement im ländlichen Raum Ostdeutschlands“ (EILO2020). Gefördert wird das Projekt durch den Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

 Kernstück der Untersuchung ist eine Befragung von Experten aus Verbänden, Freiwilligenagenturen, kommunalen Strukturen, engagierten Unternehmen und Vereinen die auf dem Land aktiv sind. Im Rahmen von qualitativen sowie quantitativen Verfahren entstehen Einblicke in die Lage und Chancen der Vereine als entscheidende Träger des ehrenamtlichen Engagements im ländlichen Raum. Die Experten werden dazu befragt, was Vereine im ländlichen Raum benötigen und welche Formen und Maßnahmen der Unterstützung ihre Arbeit am besten voranbringen könnte.

 

Fachtag: Ländlich engagiert - aber wie?!
Leider kann der Fachtag "Ländlich engagiert - aber wie?!" zu unserem großen Bedauern nicht wie geplant stattfinden. Bei Einhaltung der Hygieneregeln können wir keine ausreichend große Zahl an Teilnehmer/innen unterbringen. Die Studienergebnisse und Themenstellungen gehen uns aber nicht verloren. Für das Jahr 2021 sind lokale Veranstaltungsformate geplant. Die Studie "Engagement im ländlichen Raum Ostdeutschlands" sowie die für die Veranstaltung vorgesehenen Beiträge werden wir wie geplant am 10.11.2020 hier veröffentlichen


Mit viel Engagement seitens unseres Partners für die wissenschaftliche Analyse, Herr Dr. Gensicke (Gensicke Sozialforschung München) sowie dem Team der Thüringer Ehrenamtsstiftung aber auch einem riesigen Netzwerkes an Kooperationspartnern und Multiplikatoren, die direkt im ländlichen Raum verortet sind, ist es uns in den letzten Wochen gelungen, den ländlichen Raum breit und differenziert abzubilden. Der endgültige und bereinigten Datensatzes umfasst N=351 Fragebögen. Wir liegen damit weit über unserer Zielstellung von ehemals 150 Fragebögen.
Die Kategorie "entlegener ländlicher Raum" ist mit 34% sogar am stärksten besetzt. An den dort sehr stark vertretenen Themen Freizeit, Heimat und Feuerwehr sieht man, dass die „richtig ländlichen Vereine“ befragt wurden.


Im Rahmen der Studie intensivierten oder entwickelten sich in den letzten Monaten vielfältige Kontakte zu lokalen Vertretern, Netzwerken oder Strukturen. Beispielsweise war die Thüringer Ehrenamtsstiftung sowie Herr Dr. Gensicke beim 10. Ehrenamts-Stammtisch der Stadt Römhild im Landkreis Hildburghausen zu Gast.

In Vorbereitung zur Vorstellung der Studie "Engagement im ländlichen Raum Ostdeutschlands" werden solche lokalen Netzwerke gezielt angesprochen. Geplant sind lokale Veranstaltungsformate für das Jahr 2021, um die Studienergebnisse vorzustellen, zu diskutieren und eine lokale Wirkung zu entfalten und Entwicklungen zu ermöglichen.


Gefördert durch

Forschungsinstitut

Dr. Thomas Gensicke ist mit der Durchführung der Studie beauftragt. Dr. Gensicke leitete im Rahmen seiner Tätigkeit beim Umfrageinstitut Infratest die Freiwilligensurveys der Bundesregierung (BMFSFJ) 2004 und 2009. Zugleich erstellte er auf dieser Basis für das BMI (Ostbeauftragter) zwei Studien über die neuen Bundesländer im Ganzen und zugleich für viele einzelne Bundesländer, darunter mehrfach für verschiedene neue Länder. Er verfasste im Auftrag der BMEL eine umfassende Studie zum ehrenamtlichen Engagement in den ländlichen Räumen der Bundesrepublik.

Website: www.gensicke-sozialforschung.de

Zielstellung

Ziel des Projektes ist die Stärkung des Bürgerschaftlichen Engagements und der Engagementstrukturen. Dazu sollen neue Erkenntnisse für eine zielgenaue Förderung und Unterstützung von Vereinen und bürgerschaftlich organisierten Initiativen gewonnen und die Service- und Beratungsstrukturen weiterentwickelt werden.

Hintergrund

Das ehrenamtliche Engagement hat eine große Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es ist unerlässlich für individuelle Teilhabe, gesellschaftliche Integration, Wohlstand, das kulturelle Leben, stabile demokratische Strukturen und soziale Bindungen.
In Ostdeutschland sind die Engagementstrukturen noch nicht so verfestigt und erfordern zudem teils auch andere Unterstützungsmaßnahmen als in Westdeutschland. Die demografische Entwicklung, hier die Entleerung des ländlichen Raums und hohe Alterung, sowie auch die finanziellen Ressourcen der Kommunen stellen im Osten des Landes zusätzliche Herausforderung dar.
Die Angleichung der Lebensverhältnisse im ganzen Land sowie die Stärkung der Demokratie und des Zusammenhalts sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch den Bund in die Verantwortung nimmt.