Studie „Engagement­förderung in Ostdeutschland“

Die Studie „Engagementförderung in Ostdeutschland“ nimmt eine Bestandsaufnahme der vielfältigen Infrastruktur zur Engagementförderung in Ostdeutschland vor.

Anhand aktueller Daten zeichnet sie ein Bild vom bürgerschaftlichen Engagement und analysiert die verschiedenen Rahmenbedingungen und Strukturen in den einzelnen ostdeutschen Bundesländern.

Einrichtungen zur Engagementförderung zentrieren sich in Ostdeutschland überwiegend auf Städte mit über 10.000 Einwohner:innen. Über 40 % der Ostdeutschen leben in kleineren Orten ohne solche Strukturen. Die Anzahl der Einrichtungen und kommunalen Ansprechpartner ist seit 2013 zwar insgesamt gestiegen, die der Freiwilligenagenturen und Seniorenbüros hat jedoch abgenommen. Hinsichtlich der Strategien und Maßnahmen zur Engagementförderung unterscheiden sich die ostdeutschen Bundesländer stark.

Das sind die Kernergebnisse der Studie „Engagementförderung in Ostdeutschland“, die die Stiftung Bürger für Bürger in Kooperation mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) erarbeitet hat. Die Studie nimmt eine Bestandsaufnahme der vielfältigen Infrastruktur zur Engagementförderung in Ostdeutschland vor. Anhand aktueller Daten zeichnet sie ein Bild vom bürgerschaftlichen Engagement und analysiert die verschiedenen Rahmenbedingungen und Strukturen in den einzelnen ostdeutschen Bundesländern.

Die Studie wurde seit April 2021 durch die Wissenschaftler Dr. Holger Krimmer und Dr. Birthe Tahmaz (ZiviZ im Stifterverband), Dr. Thomas Geniscke (Gensicke Sozialforschung) und Stefan Bischoff (BONUSNORM e.V.) erstellt.

Am 11. März 2022 laden die Stiftung Bürger für Bürger und die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt zu einem digitalen Fachgespräch ein, bei dem die Befunde vorgestellt und über die Empfehlungen zur Engagementförderung diskutiert werden soll. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

Die Publikation von Stiftung Bürger für Bürger und DSEE kostenfrei bestellbar (unter studie@buerger-fuer-buerger.de). Sie ist als barrierefreie PDF auf der Webseite der Stiftung Bürger für Bürger downloadbar.

Aufgrund von unterschiedlichen Förderkonzepten und Daten gestalten sich Ländervergleiche und Rückschlüsse auf einzelne Bundesländer schwierig. Auf den Freistaat Thüringen bezogen sind diese drei Empfehlungen (ab Seite 111) jedoch besonders zu beachten:

1.
"Für eine Engagementpolitik, die vor Ort ankommt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass erstens mehr politisches Gewicht auf die Weiterentwicklung und Förderung der lokalen Einrichtungen und Strukturen gelegt wird. Und dass zweitens Konzepte entwickelt und umgesetzt werden, wie die Akteur:innen auf Landes- und auf lokaler Ebene synergetisch zusammenarbeiten können."
4.
"Es gibt vielfältige Funktionen von lokaler Engagementförderung: Beratung, Vernetzung, Vermittlung, Qualifizierung, Öffentlichkeitsarbeit, Räume, Ressourcen und Know-how bereitstellen u.v.m. Bei der Förderung von lokalen Akteur:innen sollte geklärt werden, welche Bedarfe vor Ort bestehen und welche Funktionen von welchen Akteur:innen übernommen werden können. Zudem sollte im Zuge der Förderung von lokalen Akteur:innen der Engagementförderung an bestehende Strukturen angeknüpft werden. Die Entwicklung immer neuer und landeseigener Typen von Einrichtungen, etwa durch Modellprogramme, hat sich als wenig erfolgreich erwiesen."
8.
"Die vorliegende Studie hat eine erste Übersicht über die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Strategien, Maßnahmen und institutionellen Lösungen der ostdeutschen Bundesländer erarbeitet. Auf dieser Grundlage ist jedoch noch keine Bewertung der Performanz der unterschiedlichen Politiken möglich."